Was ist Iaido

Iaido ist eine japanische Schwertkampfkunst, bei der Angriffe schon mit dem Ziehen des Katana (des japanischen Schwertes) und dem ersten Schnitt abgewehrt werden. Die Schwertkampfkunst Iaido ist für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet, sie hängt nicht von Gewicht, Körper und Größe ab, und gehört daher zu den wenigen heutigen Budo-Disziplinen, bei denen auch zu Wettkämpfen Frauen und Männer aller Alters und Gewichtsklassen gemeinsam antreten.

Iaido basiert auf Schwertkampftechnicken der Samurai aus der Tokugawa-Periode (1603 – 1868).In dieser Zeit herrschte in Japan relativer Frieden, so daß die Samurai kaum auf Schlachtfeldern kämpften. Sie entwickelten daher Fähigkeiten, sich eher vor überraschenden Angriffen in Alltagssituationen zu verteidigen. Dazu wurden typische Angriffssituationen zusammengefaßt und deren Abwehr als Kata geübt (Kata = Form), wobei der Gegner imaginär bleibt.

Hayashizaki Jinsuke Shigenobu (ca.1546 -1621) gilt als der Schwertmeister aus dessen Lehre sich die heute verbreitetsten Iaido-Schulen (Ryu) Muso Jikiden Eishen Ryu und Muso Shinden Ryu entwickelten. Der Bergriff „I-Ai-Do“ soll aber erst von Nakayama Hakudo (1869 bis 1958), dem Begründer der Muso Shinden Ryu („der im Traum durch göttliche Unterweisung entstandenen Schule“) zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt worden sein.

I (居, iru) steht für: sein, da sein, präsent sein (körperlich, wie geistig). Ai (合) steht für: zusammen, vereinen, passen, übereinstimmen, Liebe. Do (道) steht für: Weg. Dabei wird das Wachsen in den Mittelpunkt gerückt, d.h. das sich Entwickeln des Übenden, welches über die reine Beherrschung der Schwerttechnik hinausgeht.

Eine einheitliche wörtliche Übersetzung gibt es nicht. Frei nach Sensei Norio Furuichi widergegeben bedeutet Iaido “Weg des angemessenen Handelns“.Trainiert wird Iaido mit einem „Iaito“, das ist ein Übungsschwert, das in Aussehen, Länge, Gewicht und Balance einer Katana (einem japanischen Samurai-Schwert) gleicht, aber nicht scharf ist. Mit einem scharfen Shinken (lebenden Schwert) trainieren nur sehr erfahrene Iaidoka nach vielen Jahren des Übens. Bei manchen Partnerübungen, für Anfänger, Aufwärmtraining u.a. wird auch ein Bokken bzw. Bokuto (jap. Holzschwert) verwendet.

Die Bekleidung der Iaidoka besteht aus Hakama, Keiko-Gi, empfehlenswerterweise auch einem Hadagi, und einem Obi:

  • Hakama: Weiter, langer, charakteristisch gefalteter Hosenrock, wie er auch bei anderen japanischen „Samurai-Kampfkünsten“ wie Kendo, Kyudo oder Aikido getragen wird.\r\n
  • Keiko-Gi: Leichte Übungsjacke mit Kimono-Schnitt, aber schmaleren Ärmeln.
  • Hadagi: Untergi aus Baumwolle Ø Obi: Ca. vier Meter langer Gürtel, der mit einem Knoten auf dem Rücken um die Hüfte getragen wird. Zwischen seinen Wicklungen wird das Schwert getragenZusätzlich werden noch bei Bedarf Knieschützer benutzt. Beim Praktizieren des Iaido strebt man das „Ki-Ken-Tai-Ichi“ („Energie-Schwert-Körper-Eins“) an, d.h. die Einheit von mentaler Energie, Schwert und Körper.