Katana und Iaito

Das Katana ist das Kennzeichen des Samurai.

Zwar waren Samurai an der Haltung, Bekleidung, Frisur, Sprache, Wappen Ihrer Familie und an vielen anderen Details erkennbar, die von der Epoche, Verortung und Rangordnung abhängig waren. Aber während all solche Merkmale variable Elemente waren, blieb nur das Katana als notwendiges, stabiles Kennzeichen des Samurai.

Weder tags noch nachts trennte sich ein Samurai von seinem Katana. Es gehörte zu ihm fast so eng wie sein Körper – eben als Verkörperung seines Amtes, seiner Funktion und seines Credo. Denn ‚Samurai’ – bekanntlich als „Krieger“ übersetzt – bedeutet ursprünglich „Dienender“: Sein Schwert war das ehrwürdige Mittel, um seine beschützende Funktion als Diener seines Herrn, und damit der Ordnung hinsichtlich des friedlichen Lebens zu erfüllen. Sein ganzes Leben stand vollkommen im Dienst dieser Werte.

Nur mit einer unerschütterten, reinen Überzeugung konnte ein Samurai sein Leben riskieren, opfern, dem Schwert ganz anvertrauen: Sein Leben steckte in seinem Schwert. In diesem Sinne sagt man, dass das Katana die Seele des Samurai ist.

Wer heute Iaido übt und dafür ein Iaito bzw. ein Katana pflegt, möge nicht von dem historischen und geistigen Wert des Katana absehen, sondern sich damit auseinandersetzen, um die Werte des Dienens zugunsten anderer zu reflektieren. Dabei sei auch das reine Mittel des Katana bzw. des Iaito fleißig gelernt und mit Respekt behandelt.

Als Anregung zu dieser lebenslangen Aufgabe seien hier zumindest Grundbezeichnungen angeführt. (Weitere Literatur s.u.)

Bezeichnung an der Schwertklinge:

uchi-katana

uchi-katana Boshi – Härtelinie an der Klingenspitze

Ha – gehärtete Fläche zwischen Ha-mon und Schneide.

Ha-mon – Härtelinie

Ha-saki – Schneide

Kissaki – Klingenspitze

Ko-Shinogi – Fortsetzung des Grades im Bereich der Klingenspitze.

Mekugi-ana – Loch in der Angel, durch das der Befestigungsstift für den Griff geführt wird.

Mune – Klingenrücken

Mune-machi – Absatz der Angel zum Schwertrücken.

Nakago – Angel des Schwertes.

Nakago-jiri – Ende der Angel.

Shinogi – Schwertgrat (wo breitester Bereich der Klinge zum Klingenrücken hin abfällt).

Sori – Maß der Klingenkrümmung.

Yoko-te – Der Grat, der durch die Neigung der Spitze zur Klinge entsteht und die Spitze von der Klinge absetzt.

 


Bezeichnungen an der Montur (Koshirae) des Schwertes:

koshirae

koshirae Fuchi-gane – Metallfassung am Griffanfang.

Habaki – Klingenzwinge

Kojiri – Saya-Abschluß

Koi-guchi – Öffnung der Saya, wörtl. ‚Karpfenmaul‘

Kuchi-gane – Einfassung der Sayaöffnung.

Kuri-gata – Öse an der Scheide an der das Sage-o befestigt ist.

Maki-dome – Endknoten der Griffwicklung.

Me-kugi – Befestigungsstift für den Griff, meist aus Bambus.

Menuki – Zierelemente am Griff

Sage-o – Schwertband

Saya – Scheide

Seppa – Unterlegscheiben vor und hinter dem Stichblatt

Tsuba – Stichblatt

Tsuka – Griff

Tsuka-gashira – Endkappe des Griffes

Tsuka-maki – Griffwicklung

Abbildungen aus: All Japan Kendo Federation (Hg.), Japanese-English Dictionary of Kendo, Tokyo 2000, S. 153.


Iaito

Ein Iaito als nicht scharfes Abbild des echten japanischen Schwertes enthält alle Teile und Bezeichnungen des Katana.

Weiterführende Literatur: Kammer, Reinhard, Zen in der Kunst, das Schwert zu führen. Eine Einführung in die altjapanische Fechtkunst, München-Planegg 2000 (1. Aufl. 1969) Kapp, Leon und Hiroko / Yoshihara, Yoshindo, Japanische Schwertschmiedekunst, Eschershausen 1996 Yumoto, John M., Das Samuraischwert. Ein Handbuch, Freiburg 1995 (Übers. des Originals The Samurai Sword, Tuttle 1958)